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Teilzeitwunsch30 statt 40 Stunden? Immer mehr Unternehmen sind offen für flexible Arbeitszeitmodelle – ein Anruf kann Klarheit schaffen. | Foto: Christin Klose/dpa-tmn

03.05.2025 Amelie Breitenhuber, dpa

Teilzeitwunsch: Soll ich mich auf Vollzeitstellen bewerben?

Viele Menschen in Deutschland möchten in Teilzeit arbeiten. Bei der Stellensuche kann das zum Hindernis werden. Zahlreiche Jobs werden als Vollzeitposition ausgeschrieben. Trotzdem bewerben?

Ist eine ausgeschriebene Position interessant und passt zu den beruflichen Zielen, sollten sich Jobsuchende auch dann bewerben, wenn die geforderte Arbeitszeit nicht zu den eigenen Wünschen passt. Das empfiehlt Karriereberaterin Tanja Jakob in einem Beitrag auf Xing.

Womöglich seien die Qualifikation und beruflichen Erfahrungen, die eine Bewerberin oder ein Bewerber mitbringt, so interessant, dass „das Unternehmen ins Überlegen kommt, die Stelle doch flexibel in Teilzeit zu besetzen“, so die Expertin.

Wie geht man die Bewerbung an?

Und wie geht man die Bewerbung nun am besten an, wenn die gewünschten Arbeitszeiten anfangs nicht zusammenpassen?

  1. Recherche

    Jakob rät, zunächst in Erfahrung zu bringen, wie viel Wochenstunden eine Vollzeitstelle im Unternehmen von Interesse umfasst. Nicht überall sind das 40 Stunden. Dann sollten Bewerberinnen und Bewerber für sich eine klare Stundenanzahl oder eine Spanne festlegen, die „ohne größere Umstände stemmbar“ ist. Wichtig ist auch zu wissen, wie man die Wochenarbeitszeit verteilen möchte.

    Außerdem gilt es, die Unternehmenskultur zu prüfen. Welche Werte und Einstellungen gibt es dort? Wie sehen die spezifischen Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle aus? Ist die Stelle überhaupt teilzeitfähig?
  2. Ehrliche Selbsteinschätzung

    Im nächsten Schritt geht es um eine ehrliche Selbsteinschätzung. Wie bewerten Bewerberinnen und Bewerber ihre eigenen Fähigkeiten, ihre Arbeitsweise und ihre Belastbarkeit und passt das zur ausgeschriebenen Stelle? Hier lohnt sich laut Jakob ein Blick darauf, wie man in vergangenen Rollen mit unterschiedlichen Anforderungen umgegangen ist.

    Auch der potenzielle Arbeitsumfang spielt eine Rolle für die Analyse. Eine „Bewerbung in Vollzeitnähe“ – mit 30 bis 35 Wochenstunden – habe bessere Chancen als eine „Bewerbung mit lediglich 15 Stunden für eine Führungsposition“, illustriert die Coachin. Eine gute Balance zwischen der gebotenen Arbeitszeit und den geforderten Aufgaben erhöhe nicht nur die Erfolgsaussichten der Bewerbung, sondern trage auch dazu bei, dass am Ende beide Seiten mit dem Arbeitsverhältnis zufrieden sind.

    Wer sich unsicher ist, kann auch in der Personalabteilung anrufen und nach einer Teilzeitmöglichkeit fragen. Wo das klar verneint wird, könnten sich Jobsuchende die Mühen für eine Bewerbung sparen, so die Coachin.
  3. Teilzeitwunsch richtig kommunizieren

    Den Teilzeitwunsch sollten Bewerberinnen und Bewerber offen im Anschreiben kommunizieren, rät Tanja Jakob. Zunächst sollten sie aber ihre Motivation und Qualifikation für die Position hervorheben. Den Teilzeitwunsch gilt es dann „positiv und selbstbewusst“ zu formulieren, so die Coachin.

    Sie empfiehlt, zu betonen, wie man die Stelle auch in Teilzeit optimal ausfüllen kann und Bereitschaft zur Flexibilität zu zeigen.

    Bewerberinnen und Bewerber können auch erwähnen, dass sie offen für Diskussionen über Arbeitszeitmodelle und eine gemeinsame Lösung sind.

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